PAN kunstforum niederrhein e.V.

het postermuseum in emmerich – duitsland
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Het PAN kunstforum niederrhein e. V. in Emmerich - Germany!

Holger Matthies

Ein halbes Jahrhundert Zeitgeschichte im politischen Plakat

Ein-halbe-Jahrhundert-Zeitgeschichte-im-politischen-Plakat
Openingsdag
:
10. april 2016 om een uur of 11:30 uur
Duur van de expositie
:
16. april 2016 - 11. augustus 2016
Openingstijden
:
Maandag
gesloten
Dinsdag
11:00 uur - 16:00 uur
Woensdag
11:00 uur - 16:00 uur
Donderdag
11:00 uur - 16:00 uur
Vrijdag
11:00 uur - 16:00 uur
Zaterdag
11:00 uur - 16:00 uur
Zondag
11:00 uur - 16:00 uur

Plakate gestalten – was sonst?

Alle Plakatgestalter sind von der Mission, den öffentlichen Raum, die Stadtlandschaft mit ihren visuellen Botschaften zu bereichern, beseelt. Plakate waren und sind,
vorausgesetzt sie haben eine relevante Aussage, Meinungsbildner für den öffentlichen Diskurs. Sie benötigen keine Museen oder Galerien, keine Ausstellungseröffnungen mit Sektempfängen, weder Kuratoren noch Redner.

Sie sprechen ihre eigene Sprache: Sie plaudern, flüstern oder schreien von Hauswänden, Anschlagtafeln oder -säulen, sie besetzen Haltestellen und Bahnhöfe, sie sind allgegenwärtig! Sie sind die Kinder der Straße und kommunizieren mit jedermann. Mal laut und proletarisch, mal feinsinnig und sensibel, je nach Zielgruppe unterschiedlicher Ansprache verpflichtet. Plakate für den Kulturbetrieb haben im Gegensatz zu Markenartikel- und Wirtschaftsplakaten andere Anmutungsqualitäten.

Wahlkampfplakate widerum haben ein völlig anderes Erscheinungsbild als Informationsplakate. Der Betrachter kann über diese visuelle Kodierung der Bildsprache entscheiden, ob er sich als Empfänger der Botschaft angesprochen fühlt. In der Regel halten sich Plakatgestalter an diese Gesetzmäßigkeiten. Zuweilen ist es aber reizvoll, Gesetze zu ignorieren und Leitsätze zu unterlaufen. Akademische Gestaltungskriterien werden nicht selten von neuen Designtrends infrage gestellt oder überwuchert. Häufig hat das auffrischende, inspirierende Wirkung, denn neue Impulse verhindern, dass ein Medium im Dogmenkorsett seiner Gestaltungsprinzipien erstickt.

Weltweite Gradmesser neuer Namen und neuer Gestaltungstrends sind die Plakatbienalen und – trienalen. Wie aber sieht die Zukunft wirklich aus? Hat das Plakat in der Onlinewelt eine Überlebenschance? Ist das Netz mit seinem ungebremsten Tempo nicht der Killer traditioneller Medien? Zur Zeit mag es so aussehen, dass Klicken, Googeln, Raubkopieren die Kultur unseres Lebens verändert hat und weiter verändern wird. Zur Zeit mag es so aussehen, dass die Onlinewelt mit ihren Betriebssystemen Zeitungen, Bücher, fast alle Printmedien, also auch Plakate, in naher Zukunft verdrängen wird. Ich aber kann mir nicht vorstellen, wie trist und langweilig unsere Städte ohne die farbenfrohe Vielfalt der Plakatanschläge aussehen werden.

Einen Eindruck solcher Stadtlandschaften bekommt man in den Schlaf- und Vorstädten unserer Großstädte. Hier wird kaum plakatiert, weil der hier lebende Adressat für die Absatzwirtschaft nicht interessant und zahlungskräftig ist. Das Ergebnis ist ein unsinnliches Einheitsgrau. Das allas klingt ein wenig kulturpessimistisch. Ich aber glaube, das Plakat wird in neuem Gewande auferstehen, nicht mehr gedruckt auf Papier, sondern elektronisch auf Leuchwände und -säulen geschaltet. Die Softwarekonzerne und Betreiber elektronischer Medien werden sich den Markt, die Städte elektronisch zu möblieren, nicht entgehen lassen. Ich vermute, an der elektronisch programmierbaren Anschlagsäule und -fläche wird in den Konzernen bereits fieberhaft gearbeitet. Da Computer bis heute keine Einfälle und Ideen liefern, werden die Plakatgestalter auch in dieser “schönen neuen Welt” geschätzt und gebraucht werden.

Prof. Holger Matthies

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